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6. Wissenschaftliche Jahrestagung der DGSF
vom 27. - 30.09.2006 in Leipzig

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EINLADUNG UND GRUSSWORTE

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir freuen uns, die wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Syste- mische Therapie und Familientherapie vom 27.-30.09.2006 veranstalten zu können. Im Namen der DGSF und im Namen des FAM.THERA.INSTITUT für Familientherapie und Systemische Beratung möchten wir Sie ganz herzlich zur Tagung Sieben Tage hat die Woche - alltäglich aufregende Systeme nach Leipzig einladen.

Wir hoffen, dass wir ein systemisches Tagungsprogramm zusammengestellt haben mit interessanten Vorträgen, die zur Diskussion anregen, mit praxisnahen Workshops, die den Praxisalltag bereichern, mit Möglichkeiten zum Austausch für Einzelmitglieder der DGSF, für systemisch interessierte KollegInnen und für die Institute der DGSF, die entscheidend zur Weiterentwicklung systemischen Denkens und Handelns beitragen und zu großen Teilen die Weiterbildung in systemischer Beratung und Therapie leisten.

Wir wollen den Blick auf systemische Fragen des Wandels in Familien richten. Ostdeutsche Familien durchlebten in den letzten 15 Jahren in nahezu allen Lebensbereichen Ver- änderungen, erbrachten Anpassungsleistungen und stehen so prototypisch für Systeme in Veränderung. Der Einführungsvortrag wird sich damit unter dem Titel Ost-Familie trifft auf Westfamilientherapie auseinandersetzen. Die Tagung soll dazu dienen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen über Systeme in Veränderungen auszutauschen. Familien /Systeme begegnen systemischer Beratung, Therapie und systemischer Arbeit. Welche Art von systemischer Beratung/Therapie brauchen Familien? Wie nahe kommt die Entwicklung von Beratung /Therapie den Erfordernissen der Familien und der sie umge- benden Systeme. Daraus ergibt sich der zweite Schwerpunkt der Tagung: Veränderte Familien und Systeme erfordern eine entsprechende Entwicklung systemischer Beratung, Therapie und Supervision.

Unser Institut blickt auf eine 15 jährige reichhaltige Geschichte zurück. Im eigenen Semi- narhaus bilden wir in systemischer Beratung und Therapie weiter. Seit 10 Jahren besteht die institutseigene Beratungsstelle in Leipzig. Die TrainerInnen sind in eigenen Praxen, Kliniken
bzw. systemisch arbeitenden Beratungsstellen tätig. Wir begleiten Diplomarbeiten von PsychologiestudentInnen. In Kooperation mit einem staatlich anerkannten Ausbil- dungsinstitut werden methodenübergreifend Kinder-und JugendlichentherapeutInnen ausgebildet. FAM.THERA. beteiligt sich aktiv an der Arbeit der DGSF.

Seit 2000 pflegen wir eine Tradition von Tagungen. Drei Leipziger Workshoptage fanden großes Interesse bei Praktikern vor allem aus der Region und machten uns selbst viel Spaß. In diesem Sinne setzen wir mit der Ausrichtung der DGSF-Jahrestagung die Tradition
unserer Tagungen fort und möchten dazu beitragen, dass mit der Tagung die Interessen
und Ziele der DGSF weiter veröffentlicht werden. Syste- mische Arbeit mit Familien und anderen gesellschaftlichen Systemen ist eine wichtige sozialpolitische Aufgabe. In die- sem Sinne engagiert sich die DGSF sowohl in Forschung als auch in Praxis, effiziente präventive Interventionen und hilf- reiche therapeutische Strategien zu entwickeln.

Westdeutsche FamilientherapeutInnen trafen Ende 1989 auf ostdeutsche psychotherapeutisch tätige KollegInnen. Es kam in den Folgejahren zum Neulernen systemischer Methoden, zur Integration ostdeutscher und westdeutscher Erfahrungen und zu gemeinsamer Weiterentwicklung syste- mischen Denken und Handelns. Wir wünschen, dass die Tagung auch einen Beitrag leisten kann zu deutsch-deutscher Annäherung, sowohl auf wissenschaftlicher Ebene als auch im praktischen Austausch und in kollegialer Begeg- nung. Unser Institut lebt in der Tradition der Integration von Ost und West, von verschie- denen psychotherapeutischen Herangehensweisen und Methoden, von der Zusammenar- beit verschiedener Berufsgruppen. Dieser Tradition wollen wir mit der Tagung in Leipzig lebendig folgen und neue Wege eröffnen.

Wir freuen uns, Sie in Leipzig begrüßen zu können und wünschen Ihnen wissenschaftlich interessante, praktisch anregende, kollegialen Austausch fördernde und lustvolle Tage.

Dipl.-Psych. Kathrin Löschner
im Namen des Organisationsteams

 

Grusswort
des Beigeordneten für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule der Stadt Leipzig

Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich freue mich sehr, Sie zur 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie in Leipzig begrüßen zu dürfen!

„Sieben Tage hat die Woche - alltäglich aufregende Systeme“ - das Motto der Tagung lässt ein interessantes und vielseitiges Programm vermuten und weist schon im Titel auf die schweren und schönen Herausforderungen hin, die man als Familienmitglied täglich aufs neue zu meistern hat. Es geht um den Wandel der Familien, um Veränderung. Die Tagung widmet sich damit einem sehr wichtigen sozialpolitischem Thema unserer heutigen Gesellschaft - und dies stets aus dem Blickwinkel sozialer Systeme.
An vier Kongresstagen können Erkenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht werden. The- men aus der Musik, wie Rhythmen, Instrumente, Kompositionen und Zusammenspiel, lie- fern die Überschriften für die einzelnen Tage - ein eindrucksvoller Vergleich und eine Herausforderung zum Nachdenken!

Leipzig ist als Tagungsort eine sehr gute Wahl, gibt es doch in unserer Stadt spätestens seit Mitte der 90er Jahre eine ständige Verbreiterung des systemischen Denkens in der Psychotherapie, aber auch in der Sozialarbeit. So ist der systemische Ansatz in der Fami- lienberatung oder beispielsweise die aufsuchende systemische Familientherapie als ambulante Erziehungshilfe in Leipzig nicht mehr wegzudenken. Der Veranstalter, das FAM.THERA.INSTITUT für Familientherapie und Systemische Beratung e.V., ist als Ausbilder und als Beratungsstelle in diesem Prozess ein zentraler Partner.

Ich wünsche Ihnen eine fruchtbare Diskussion mit vielen Ideen und neuem Schwung für Ihre täglichen Aufgaben, sowie einen angenehmen Aufenthalt in Leipzig. Ich hoffe, dass Sie neben Ihrem anspruchsvollen Fachprogramm Gelegenheit haben werden, das histori- sche Stadtzentrum mit Thomaskirche und Nikolaikirche, mit dem Alten Rathaus und zahl- reichen Museen zu erkunden sowie das vielfältige kulturelle Leben und die sächsische Gemütlichkeit unserer Stadt kennen zu lernen. Ich bin sicher, Sie als „Systemiker“ werden die Baustellen in der Innenstadt positiv bewerten und Leipzig als „System in Veränderung“ verstehen. Viel Spaß beim Erkunden!

Burkhard Jung
Beigeordneter für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule

 

Grusswort
des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
warum ist eigentlich die systemische Arbeit mit Familien, mit Paaren und mit einzelnen Erwachsenen oder Kindern oder Jugendlichen so anregend und bereichernd? Es sind alltäg- lich aufregende Systeme - und das sieben Tage in der Woche. Sie vollbringen phantastische Anpassungsleistun- gen schon im „normalen“ Familienzyklus, mehr noch bei besonderen kritischen Lebensereignissen wie schweren Erkrankungen, Scheidung oder Tod und sicherlich in ganz besonderer Weise bei einem gesellschaftlichen Wandel, wie er sich in den letzten 15 Jahren in den östlichen Ländern Deutschlands abgespielt hat. Das bedeutet: Abschied von Altem, der oft wehtut, und Mut zu Neuem, der Kraft und Kreati- vität erfordert. Wir begegnen dem mit Anerkennung und Respekt.

Manchmal allerdings werden „Lösungen“ gewählt, die Leid chronifizieren oder Leid erzeu- gen. Dann stellt sich die Frage, welche „Methoden“ in der Systemischen Beratung und in der Systemischen Therapie am ehesten geeignet sind, zugleich unaufdringlich und wir- kungsvoll neue Lösungen anzuregen. Das heißt aber möglicherweise: Sind auch die syste- mischen Beraterinnen und Therapeutinnen zu phantastischen Anpassungsleistungen bereit und in der Lage? Müssen sie vielleicht ebenfalls von Zeit zu Zeit Abschied von Altem nehmen und Mut zu Neuem haben? Und können sie dabei nicht sehr viel von ihren „Kun- den“ lernen?

Insofern dürfte Leipzig ein guter Ort für die 6. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deut- schen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie sein. Und so würde ich mich freuen, Sie Ende September 2006 in Leipzig begrüßen zu dürfen.

Ihr Wilhelm Rotthaus

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Aktualisiert: 10.02.2006