6. Wissenschaftliche Jahrestagung der DGSF
vom 27. - 30.09.2006 in Leipzig
LEIPZIG INFOS
Helden der Montagsdemonstratione
Leipzigs Geschichte reicht weit bis ins erste Jahrtausend zurück.
Slawische Siedler, die den Lindenbaum als Heiligtum verehrten, gründeten
vom 7. bis 9. Jahrhundert die dörfliche Ansiedlung Lipzk, den
Ort bei den Linden. Erstmals um 1015 wird die Burg urbs
Libzi erwähnt, in deren Umgebung eine Kaufmanns- und Handwerkersiedlung
entstand. Im Jahr 1165 wurde der Stadtbrief ausgestellt und gleichzeitig
das Marktrecht begründet. Die Nikolaikirche, Ausgangspunkt der
Montagsdemonstrationen, wurde 1175 geweiht und ist heute
die älteste Stadtkirche. Bis ins 15. Jahrhundert hinein erlebten
Handwerk und Gewerbe einen kräftigen Aufschwung, der von Silberfunden
im Erzgebirge ausging. In jener Zeit entstanden prächtige Renaissancebauten
wie das Alte Rathaus, die Alte Nikolaischule, die Alte Waage und der
Coffe-Baum, den eine barocke Portalplastik schmückt.
Stadt des Handels und der Buchkunst
Dem Handel verdankte Leipzig auch seine Entwicklung zur weltweit
bekannten Buchstadt. Bis Ende des 15. Jahrhunderts waren es noch
auswärtige Buchdrucker und -händler, die Druckschriften
in die Stadt brachten. Doch 1481 wurde bereits das erste Buch in
Leipzig ausgedruckt. Bis 1530 erschienen 1.300 Buchtitel und die
Leipziger Buchmesse handelte mit Veröffentlichungen aus allen
Teilen Europas. Außerdem erschien 1650 die erste Tageszeitung
der Welt in Leipzig. Damit war Leipzig nicht nur eine wichtige Handels-
und Gewerbestadt, sondern ein Zentrum deutscher Künste und
Wissenschaften. Die Leipziger Universität, gegründet 1409,
zählt zu den ältesten Universitäten Deutschlands,
deren Bibliothek wertvolle Buch- und Schriftenbestände besitzt.
Sie zog Studenten aus allen Ländern des Kontinents an. So versah
Johann Wolfgang von Goethe, der hier 1765 bis 1768 studiert hatte,
Leipzig mit dem Beinamen Klein Paris. Zahlreiche Besucherinnen
und Besucher in die Stadt, nur um ein Lokal zu besuchen: Auerbachs
Keller, der durch eine Szene im Faust weltbekannt geworden ist.
Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs
Aber nicht nur Wissenschaften und Literatur sind in Leipzig zuhause.
Leipzig besitzt auch einen internationalen Ruf als Musikstadt. Der
Thomanerchor ist nur ein halbes Jahrhundert jünger als die
Stadt Leipzig selbst und damit ihre älteste kulturelle Einrichtung.
Der berühmteste Kantor war von 1723 bis 1750 Johann Sebastian
Bach. Das Bach-Museum am Thomaskirchhof erinnert an das Schaffen
des großen Komponisten und einmal im Jahr findet zu Christi
Himmelfahrt das Bachfest Leipzig statt. Das renommierte Gewandhausorchester
spielt im Neuen Gewandhaus am Augustusplatz. Es steht in der Tradition
des 1743 gegründeten Grossen Concerts und ist damit
in Deutschland das älteste bürgerliche Konzertorchester.
Daneben haben große Musiker wie der geborene Leipziger Richard
Wagner, Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann den Ruf
Leipzigs als berühmte Musik- und Opernstadt gefestigt. Mendelssohns
Wohnstätte in der Goldschmidtstraße 12 ist noch heute
zu besichtigen. Der Komponist gründete das erste deutsche Konservatorium
in Leipzig, die heutige Hochschule für Musik und Theater. In
Leipzig findet sich mit dem Opernhaus auch die zweitälteste
deutsche Musikbühne, in der seit 1693 Aufführungen stattfinden.
Leipzig ist allerdings nicht nur ein Ort der Sehenswürdigkeiten,
Künste und Wissenschaften. Vielmehr zählt die Messestadt
zu den dynamischsten Großstädten Europas. Seit dem Mauerfall
investieren zahlreiche Großunternehmen in diesen attraktiven
Wirtschaftsstandort: BMW und Porsche errichten moderne Produktionsstätten
und der Fracht-Konzern DHL investiert rund 300 Millionen Euro in
ein internationales Luft- Drehkreuz.
Zur Erholung bietet Leipzig eine einmalige Park- und Auenlandschaft,
die sich in einem grünen Gürtel durch die ganze Stadt
zieht. Grünflächen, Wälder, Parks und Kleingärten
bedecken etwa ein Drittel Leipzigs. Und wer sich nach einer langen
Erkundungstour stärken will, geht in das bunte Kneipenviertel
im Herzen der Stadt.
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