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Weiterbildungsangebote Seminarhaus Bernbruch Beratungsstelle in Leipzig Institutsgeschichte

Weiterbildung zur/m Systemischen Berater*in


Die Weiterbildung zur/m Systemischen Berater*in erstreckt sich über eine Dauer von 2 bis 2,5 Jahren und ist ein anerkannter Weiterbildungsgang der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF).

Im ersten Jahr vermitteln unsere Dozent*innen die Grundlagen systemischen Arbeitens. Im zweiten Jahr vertiefen die Teilnehmer*innen dieses Wissen und betrachten es genauer vor dem Hintergrund des konkreten Beratungsprozesses. Sie üben die Anwendung systemischer Methoden im psychosozialen Berufsfeld und entwickeln systemisches Denken und eine systemisch fundierte Haltung, um zwischenmenschliche Beziehungen im beruflichen Kontakt zu gestalten.

Zur Orientierung bieten wir ein Einführungsseminar (3 Tage, 28 UE) an, das die Voraussetzung für die Teilnahme an unseren Weiterbildungscurricula ist. Weitere Informationen
Nach einer Bedenkzeit und der Bewerbung prüfen wir die Eingangsvoraussetzungen und es kommt zum Vertragsabschluss (Angaben zum Inhalt der Bewerbung). Die Weiterbildung zur/m Systemischen Berater*in absolvieren die Teilnehmer*innen in einer geschlossenen Gruppe. Dadurch kann das Vertrauen zwischen ihnen wachsen und sich eine konstruktive und tragfähige Arbeitsatmosphäre entwickeln, die über die einzelnen Veranstaltungen hinaus bestehen bleibt.

Seminarinhalte:

Seminar 1: Grundlagen systemischen Arbeitens (4 Tage, 36 UE)
Wie erweitere ich meinen Blick vom Einzelnen auf das System? Was macht (m)eine systemische Haltung aus? Wie erarbeite ich konstruktive Aufträge? Wie kann ich Entwicklungsprozesse in Richtung einer Lösung fördern? Wie kann ich systemisches Arbeiten in meinem Berufsfeld integrieren?
Im Seminar können die Teilnehmer*innen u.a. folgende Kompetenzen entwickeln: das Wahrnehmen von Systemen sowie Beziehungen zu Systemmitgliedern zu gestalten; das Darstellen von Systemen; das Klären von Aufträgen; das Entwerfen von Zukunftsszenarien und das Entwickeln von Lösungsbildern.

Seminar 2: Systemische Gesprächsführung (4 Tage, 36 UE)
Wie kann ich Sprache nutzen, um eine Perspektiverweiterung anzuregen? Wie gelingt systemisches Fragen? Wie entdecken wir Sprache als Schlüssel zum emotionalen und körperlichen Erleben? Welche Rolle spielen Hypothesen im Beratungsprozess? Wie spiegelt sich systemische Theorie in meinem täglichen Tun wider?
Die Teilnehmer*innen lernen, theoretische und praktische Aspekte der systemischen Gesprächsführung miteinander zu verknüpfen und anzuwenden.

Seminar 3: Systemische Interventionen (4 Tage, 36 UE)
Wie kann ich Beratungsprozesse methodisch weitergestalten? Welche Möglichkeiten bietet Skulpturarbeit? Wie begleite ich die Auseinandersetzung mit Ambivalenz- und Entscheidungskonflikten? Wem „verschreibe“ ich welchen Auftrag?
Die Teilnehmer*innen erweitern ihre methodischen Möglichkeiten zur Gestaltung von Beratungsprozessen.

Seminar 4: Systeme und ihre Wechselwirkungen (3 Tage, 26 UE)
Wie kann ich ein Klient*innensystem wahrnehmen und darstellen? Was ist meine Rolle im System? Welche Möglichkeiten habe ich, die Kooperation im Helfer*innensystem gelingend zu gestalten?
Die Teilnehmer*innen erfahren Möglichkeiten und Grenzen konkreter Systeme auf der Basis systemtheoretischen Wissens.

Seminar 5: Navigation in Beratungsprozessen (4 Tage, 36 UE)
Wo stehe ich mit den Klient*innen im Beratungsprozess? Wie unterstütze ich sie darin, sich selbst durch ihren Beratungsprozess zu navigieren? Welche Settings stehen mir zur Verfügung und wie nutze ich sie? Wo stehe ich in meiner Weiterbildung?
Die Teilnehmer*innen erweitern ihre Fähigkeiten, Beratungsprozesse ziel- und klient*innenorientiert zu gestalten und zu steuern.

Seminar 6: Transgenerationales Arbeiten (3 Tage, 26 UE)
Wie kann ich Familiensysteme transgenerational wahrnehmen und begreifen? Welche Wirkungen können transgenerationale Prozesse entfalten und wie erlebe ich mich in meinem eigenen Mehrgenerationensystem? Wie integriere ich diese Erfahrungen in systemische Beratungen?
Das Seminar ermöglicht den Teilnehmer*innen, die Methode der Familienrekonstruktion zu erleben.

Seminar 7: Systemische arbeitsfeldbezogene Methoden (4 Tage, 36 UE)
Mit welchen Herangehensweisen und spezifischen Methoden kann ich den Besonderheiten in der Arbeit mit Paaren, Familien und Gruppen gerecht werden? Welche spezifischen Arbeitsmodelle habe ich bereits in meinem Arbeitsfeld integriert und wie kann ich die Ideen der anderen Teilnehmer*innen für mich nutzen?
Die Teilnehmer*innen erfahren die Vielfalt systemischer Herangehensweisen und Methoden, die sie an ihr persönliches Arbeitsfeld anpassen und kreativ weiterentwickeln können.

Seminar 8: Innere Systeme (3 Tage, 26 UE)
Was bedeutet das Konstrukt Multiplizität der Persönlichkeit? Wozu nutze ich „Teile-Arbeit“ in Beratungsprozessen? Welche systemisch-beraterischen Methoden stehen mir für die Arbeit mit dem inneren System zur Verfügung?
Teilnehmer*innen lernen, innere Anteile zu identifizieren, zu externalisieren und für den Entwicklungsprozess von Klient*innen nutzbar zu machen.

Seminar 9: Abschluss-Seminar (3 Tage, 26 UE)
Wie reflektiere ich mit Klient*innen den gemeinsamen Beratungsprozess? Welche Möglichkeiten habe ich, um Beratungen erfolgreich abzuschließen? Was hat zu meiner persönlichen und professionellen Entwicklung beigetragen?
Die Teilnehmer*innen reflektieren ihren eigenen Entwicklungsprozess und lernen Abschiedsrituale im Beratungskontext zu gestalten.

Zielgruppe:
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte mit Hochschulabschluss und psychosozialer Praxiserfahrung oder Fachkräfte mit qualifiziertem Berufsabschluss und Praxiserfahrung. Teilnehmen können außerdem Erzieher*innen aus Heimen/Wohngruppen; Kolleg*innen des Allgemeinen Sozialdienstes, der sozialpädagogischen Familienhilfe; Heilpädagog*innen; Beratungslehrer*innen; Schulsozialarbeiter*innen; Heilerziehungspfleger*innen; Logopäd*innen; Fachkrankenschwestern; Ergotherapeut*innen; Verfahrensbeistände; Gesetzliche Betreuer*innen; Pflegestelleninhaber*innen sowie alle weiteren Berufsgruppen, die im psychosozialen Bereich beraterisch tätig sind (auch Rechtsanwält*innen und Ärzt*innen).

Dauer und Umfang:
2 bis 2,5 Jahre
9 Lehrseminare im Seminarhaus
8 Tage Fallsupervision (64 UE) und 4 Tage Live-Supervision (40 UE)
10 Intervisionen (80 UE) in Verantwortung der Teilnehmer*innen
70 Beratungssitzungen unter Anwendung systemischer Methoden
8 Stunden Einzel-Selbsterfahrung
(Die Zeiten werden in Unterrichtseinheiten UE á 45 Min. angegeben.)

Seminarbedingungen:
Die Gruppe erlebt einen mehrtägigen intensiven Lern- und Erfahrungsprozess im Seminarhaus Bernbruch. Wir vermitteln die Lehrinhalte praxisnah, anschaulich und handlungsorientiert. Dazu steht ein reiches methodisches Spektrum zur Verfügung, z.B. methodische Demonstrationen, Simulationen durch Rollenspiel und Skulpturarbeit, Üben in Kleingruppen. Die Teilnehmer*innen entwickeln ihre systemische Wahrnehmung und Arbeitshaltung. Die Selbsterfahrung regt das persönliche Wachstum an.

Termine:
Der nächste Weiterbildungsgang beginnt im Juni 2019.
Bewerbungsschluss ist der 30.04.2019 (Angaben zum Inhalt der Bewerbung).
>> Termine 2019 als PDF

Kosten:
Die Kosten setzen sich aus 24 Monatsraten zu je 202 Euro zusammen, inklusive der Übernachtungen im Seminarhaus (Gesamtkosten: Kursgebühren 4.503 Euro; Übernachtungskosten 345 Euro).
Die Kosten für das Einführungsseminar betragen 238 Euro sowie 30 Euro für die Übernachtung. Eine Verpflegung ist durch die Selbstversorgung der Gruppe sehr kostengünstig (ca. 6 Euro/Tag) möglich.
Zusätzlich ist das Honorar für den Selbsterfahrungstherapeut*innen einzuplanen (z.B. bei 60 Euro je Sitzung und insgesamt 8 Sitzungen ergibt das 480 Euro).

Abschluss/ Zertifizierung:
Durch die DGSF-Zertifizierung dieses Weiterbildungsganges können unsere Absolvent*innen den Titel "Systemische/r BeraterIn (DGSF)" erwerben. Als akkreditierter Fortbildungsveranstalter der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer bestätigen wir entsprechende Fortbildungspunkte (1 UE = 1 Fortbildungspunkt). Gemäß den Fortbildungsregularien übernimmt die Sächsische Landesärztekammer für ärztliche Teilnehmer*innen diese Bewertung.


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