Weiterbildung in Erlebnisorientierter Paartherapie

In unserer Weiterbildung erhalten Sie als Teilnehmer*in das nötige Handwerkszeug, um Therapieprozesse mit Paaren professionell zu führen. Erfahrene Paartherapeut*innen vermitteln Ihnen in Co-Leitung der Seminare einen integrativen und erlebnisorientierten Therapieansatz. Der Besuch einzelner Seminare hat ebenso seinen Wert wie die Teilnahme am ganzen Curriculum. Letzteres spannt einen umfänglichen Bogen: von der Sicht auf typische Paarthemen über vielfältige erlebnisorientierte Methoden bis hin zur Prozessplanung und -navigation.

Seminarinhalte (182 UE):

1. Paarlandschaften

Kulturgeschichte der Paarbeziehung, Rollenwandel in Familie und Partnerschaft. Landkarte der Einflussquellen auf die Paarbeziehung. "Zwiebelschalenprinzip" als Arbeitsansatz im paartherapeutischen Arbeiten: so tief wie nötig in die Themen des Paares vordringen. Nacherleben der verschiedenen Phasen und Themen in Paarbeziehungen: Verliebtheit, Verbindlichkeit, Verhandlung/Umerziehung, Autonomie/Individuation, Versöhnung, Verbundenheit und Verlust. Paarräume in Veränderung. Weggabelungen.

2. Die aktuelle Begegnung

Die aktuelle Beziehung und Kommunikation des Paares, Missverständnisse und geeichte Kommunikation („Gedankenlesen“). Übergänge zu neuen Lebensphasen als Herausforderung und Entwicklungsaufgabe. Erstsitzungen in Paartherapie. Skulpturbau zur aktuellen Beziehung. Entschleunigter Paardialog. Arbeit an den Beziehungsräumen. Begegnungsszenen neu drehen. Therapeutische Beziehung. Setting-Varianten.

3. Das Paar in der Krise

Krisenformen. Das schwierige "Dritte". Deeskalierende Arbeit. Schutzinterventionen. Einzelsitzungen in der paartherapeutischen Arbeit. Problemskulptur mit Externalisierung. Lösungstrancen. Entscheidungshilfe an der "Weggabelung". Entschuldigen-Entschulden-Verzeihen. Rückfallprophylaxe.

4. Paar intim

Therapie zwischen Diskretion und Offenheit: von der eigenen Körperlichkeit der einzelnen Partner zur Intimität und Sexualität des Paares. Arbeit am Paar- und Intimraum des Paares: Vertrautheit, Nähe, Belebung und Grenzen. Gesprächsräume für unterschiedliche Bedürfnisse und Sehnsüchte öffnen und therapeutisch nutzen: offene und diskrete Dialoge. Körperorientiertes, imaginatives und metaphorisches Arbeiten zum Thema.

5. Beziehungsgeschichten

Flusslandschaft der Paargeschichte. Schatztruhe der Beziehung. Kennlernskulptur und mögliche Beziehungsverträge: Angebote und Erwartungen der Partner. Arbeit am Beziehungsvertrag: Prüfung und Modifikation. Paararbeit zu Zukunftsplänen und Visionen. Vier-Stühle-Ritual. Aufträge für das Paar.

6. Biografie und Herkunft

Mehrgenerationale Skulptur- und Lebensflussarbeit. Mögliche Ursprünge des Gegenwartsthemas in den Familiengeschichten der Partner. Vertiefende Genogrammarbeit. Kleine Familienrekonstruktion. Umgang mit alten Verletzungen in der Biografie. Arbeit mit gegensätzlichen Anteilen der Partner. Stellung in der Geschwisterreihe und Position in der jetzigen Partnerschaft. Bedeutung und Arbeit mit vorangegangenen Beziehungen.

7. Paartherapie im Fluss

Paartherapie in Entwicklung, Forschungen und Erkenntnisse. Prozesssteuerung innerhalb paartherapeutischer Arbeit: Navigation im Prozess, "Zwiebelschalenprinzip", Verlaufsmerkmale, Indikation und Grenzen. Therapien abschließen, Gestaltung von Abschluss-Sitzungen. „Perlenschnur“ des paartherapeutischen Prozesses am Beispiel eines rekonstruierten Verlaufes. Prozessbegleitende Methoden: Rückfallprophylaxe, Scaling. Settingfragen/Co-Modelle. Eigene Entwicklung als Paartherapeut*in, erlebter Weiterbildungsprozess, Abschied aus der Gruppe, Reflexion.

Zusätzliche Weiterbildungsbestandteile:

Fallsupervision (48 UE)
Es finden regelmäßige Fallbesprechungen begleitend zur Weiterbildung statt, um die praktische Arbeit der Teilnehmer*innen mit Klient*innen / Paaren systemisch zu reflektieren. Jeweils ein/e Supervisor*in führt die Supervision durch. Es gibt 6 Supervisionseinheiten zu je 8 UE.
Live- Supervisionen sind innerhalb der Supervisionen möglich und erwünscht.

Abschlussarbeit
Jede/r Teilnehmer*innen reicht eine Abschlussarbeit bestehend aus einem Fallbericht bis zum 6. Seminar ein.

Seminarleitung:
Sabine Holdt, Sebastian Funke, Annegret Weiß, Gerald Gruß, Kathrin Löschner, Bettina Lehmann, Marcus Schönherr

Seminarbedingungen:
Unsere Seminare sind gekennzeichnet durch eine handlungs- und erlebnisorientiertes Arbeitsweise. Allen Teilnehmer*innen eröffnet sich durch das Lernen am Modell, das eigene Erproben in Kleingruppen und durch die Möglichkeiten zur Selbsterfahrung die Chance, persönlich zu wachsen und die eigene paartherapeutisch-systemische Arbeitshaltung zu entwickeln. Die mehrtägigen Lehrseminare finden im ländlich gelegenen Seminarhaus bei Grimma statt. Damit kommt die Weiterbildungszeit in der ruhigen Atmosphäre des Dreiseitenhofes auch der eigenen Psychohygiene zugute. Das inhaltlich intensive Lehr- und Übungsprogramm wird ergänzt durch Pausenzeiten zum Rückzug oder Bewegung in der Natur.

Abschluss / Zertifizierung:
Bei Erfüllung aller geforderten Weiterbildungskriterien erhalten die Teilnehmer*innen das Zertifikat „Systemische/r Paartherapeut/in" des Instituts.
Als akkreditierter Fortbildungsveranstalter der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer bestätigen wir jeweils entsprechende Fortbildungspunkte. Gemäß den Fortbildungsregularien wird diese Bewertung von der Sächsischen Landesärztekammer für ärztliche Teilnehmer*innen übernommen.

Weitere Informationen

Veranstaltungsort:
Seminarhaus Bernbruch

Anzahl der Teilnehmer*innen:
max. 16 Teilnehmer*innen

Zielgruppe:
Die Weiterbildung richtet sich an Therapeut*innen, die bereits paartherapeutisch arbeiten und ihren Erfahrungsschatz erweitern wollen sowie an interessierte Fachkräfte. Teilnehmen können Psychotherapeut*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen, Familientherapeut*innen und systemische Berater*innen, Fachärzt*innen für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fachärzt*innen für Psychiatrie und Ärzt*innen in der Facharztausbildung, Eheberater*innen.

Dauer & Umfang:

18 Monate

7 Lehrseminare á 3 Tage im Seminarhaus (182 UE)

6 Fallsupervisionen (48 UE)

Live-Supervisionen innerhalb der Supervisionen möglich
Abschlussarbeit (1 Fallbericht)

(Die Zeiten werden in Unterrichtseinheiten UE á 45 min angegeben.)

Termine / Seminarzeiten:

Start eines neuen Curriculum ist noch in Planung.
Man kann sich zu folgenden Seminaren noch anmelden:

Seminar: Biografie und Herkunft -
10. - 12.10.2019
Seminar: Paartherapie im Fluss -
02. - 04.02.2020

1. Tag: 10.00 - 13.00 Uhr
            15.00 - 19.30 Uhr.

2. Tag: 09.00 - 13.00 Uhr
            15.00 - 19.30 Uhr.

3. Tag: 09.00 - 12.00 Uhr
            13.00 - 15.30 Uhr.

Anfrage

Weiterbildung in Erlebnisorientierter Paartherapie

Zurück