Weiterbildung in Systemischer Beratung (DGSF)

Die Weiterbildung zur/m Systemischen Berater*in erstreckt sich über eine Dauer von 2 bis 2,5 Jahren und ist ein anerkannter Weiterbildungsgang der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V. (DGSF).

Im ersten Jahr vermitteln unsere Trainer*innen die Grundlagen systemischen Arbeitens. Im zweiten Jahr vertiefen die Teilnehmer*innen dieses Wissen und betrachten es genauer vor dem Hintergrund des konkreten Beratungsprozesses. Sie üben die Anwendung systemischer Methoden im psychosozialen Berufsfeld und entwickeln systemisches Denken und eine systemisch fundierte Haltung, um zwischenmenschliche Beziehungen im beruflichen Kontakt zu gestalten.

Zur Orientierung bieten wir ein Einführungsseminar (3 Tage, 28 UE) an, das die Voraussetzung für die Teilnahme an unseren Weiterbildungscurricula ist.
 Nach einer Bedenkzeit und der Bewerbung prüfen wir die Eingangsvoraussetzungen und es kommt zum Vertragsabschluss (Angaben zum Inhalt der Bewerbung). Die Weiterbildung in Systemischer Beratung absolvieren die Teilnehmer*innen in einer geschlossenen Gruppe. Dadurch kann das Vertrauen zwischen ihnen wachsen und sich eine konstruktive und tragfähige Arbeitsatmosphäre entwickeln, die über die einzelnen Veranstaltungen hinaus bestehen bleibt.

Seminarinhalte (284 UE):

1. Grundlagen systemischen Arbeitens
(36 UE, 4 Tage, davon 27 UE Theorie und Methodik, 9 UE Selbsterfahrung)
Wie erweitere ich meinen Blick vom Einzelnen auf das System? Was macht (m)eine systemische Haltung aus? Wie erarbeite ich konstruktive Aufträge? Wie kann ich Entwicklungsprozesse in Richtung einer Lösung fördern? Wie kann ich systemisches Arbeiten in meinem Berufsfeld integrieren?
Im Seminar können die Teilnehmer*innen u.a. folgende Kompetenzen entwickeln: das Wahrnehmen von Systemen sowie Beziehungen zu Systemmitgliedern zu gestalten; das Darstellen von Systemen; das Klären von Aufträgen; das Entwerfen von Zukunftsszenarien und das Entwickeln von Lösungsbildern.

2. Systemische Gesprächsführung
(36 UE, 4 Tage, davon 27 UE Theorie und Methodik, 9 UE Selbsterfahrung)
Wie kann ich Sprache nutzen, um eine Perspektiverweiterung anzuregen? Wie gelingt systemisches Fragen? Wie entdecken wir Sprache als Schlüssel zum emotionalen und körperlichen Erleben? Welche Rolle spielen Hypothesen im Beratungsprozess? Wie spiegelt sich systemische Theorie in meinem täglichen Tun wider?
Die Teilnehmer*innen lernen, theoretische und praktische Aspekte der systemischen Gesprächsführung miteinander zu verknüpfen und anzuwenden.

3. Systemische Interventionen
(36 UE, 4 Tage, davon 27 UE Theorie und Methodik, 9 UE Selbsterfahrung)
Wie kann ich Beratungsprozesse methodisch weitergestalten? Welche Möglichkeiten bietet Skulpturarbeit? Wie begleite ich die Auseinandersetzung mit Ambivalenz- und Entscheidungskonflikten? Wem „verschreibe“ ich welchen Auftrag?
Die Teilnehmer*innen erweitern ihre methodischen Möglichkeiten zur Gestaltung von Beratungsprozessen.

4. Systeme und ihre Wechselwirkungen
(26 UE, 3 Tage, davon 17 UE Theorie und Methodik, 9 UE Selbsterfahrung)
Wie kann ich ein Klient*innensystem wahrnehmen und darstellen? Was ist meine Rolle im System? Welche Möglichkeiten habe ich, die Kooperation im Helfer*innensystem gelingend zu gestalten?
Die Teilnehmer*innen erfahren Möglichkeiten und Grenzen konkreter Systeme auf der Basis systemtheoretischen Wissens.

5. Navigation in Beratungsprozessen
(36 UE, 4 Tage, davon 27 UE Theorie und Methodik, 9 UE Selbsterfahrung)
Wo stehe ich mit den Klient*innen im Beratungsprozess? Wie unterstütze ich sie darin, sich selbst durch ihren Beratungsprozess zu navigieren? Welche Settings stehen mir zur Verfügung und wie nutze ich sie? Wo stehe ich in meiner Weiterbildung?
Die Teilnehmer*innen erweitern ihre Fähigkeiten, Beratungsprozesse ziel- und klient*innenorientiert zu gestalten und zu steuern.

6. Transgenerationales Arbeiten
(26 UE, 3 Tage, davon 11 UE Theorie und Methodik, 15 UE Selbsterfahrung)
Wie kann ich Familiensysteme transgenerational wahrnehmen und begreifen? Welche Wirkungen können transgenerationale Prozesse entfalten und wie erlebe ich mich in meinem eigenen Mehrgenerationensystem? Wie integriere ich diese Erfahrungen in systemische Beratungen?
Das Seminar ermöglicht den Teilnehmer*innen, die Methode der Familienrekonstruktion zu erleben.

7. Systemische arbeitsfeldbezogene Methoden
(36 UE, 4 Tage, davon 27 UE Theorie und Methodik, 9 UE Selbsterfahrung)
Mit welchen Herangehensweisen und spezifischen Methoden kann ich den Besonderheiten in der Arbeit mit Paaren, Familien und Gruppen gerecht werden? Welche spezifischen Arbeitsmodelle habe ich bereits in meinem Arbeitsfeld integriert und wie kann ich die Ideen der anderen Teilnehmer*innen für mich nutzen?
Die Teilnehmer*innen erfahren die Vielfalt systemischer Herangehensweisen und Methoden, die sie an ihr persönliches Arbeitsfeld anpassen und kreativ weiterentwickeln können.

8. Innere Systeme
(26 UE, 3 Tage, davon 17 UE Theorie und Methodik, 9 UE Selbsterfahrung)
Was bedeutet das Konstrukt Multiplizität der Persönlichkeit? Wozu nutze ich „Teile-Arbeit“ in Beratungsprozessen? Welche systemisch-beraterischen Methoden stehen mir für die Arbeit mit dem inneren System zur Verfügung?
Teilnehmer*innen lernen, innere Anteile zu identifizieren, zu externalisieren und für den Entwicklungsprozess von Klient*innen nutzbar zu machen.

9. Abschluss-Seminar
(26 UE, 3 Tage, davon 17 UE Theorie und Methodik, 9 UE Selbsterfahrung)
Wie reflektiere ich mit Klient*innen den gemeinsamen Beratungsprozess? Welche Möglichkeiten habe ich, um Beratungen erfolgreich abzuschließen? Was hat zu meiner persönlichen und professionellen Entwicklung beigetragen?
Die Teilnehmer*innen reflektieren ihren eigenen Entwicklungsprozess und lernen Abschiedsrituale im Beratungskontext zu gestalten.

Zusätzliche Weiterbildungsbestandteile:

Fallsupervision (64 UE)
In zwei Untergruppen finden regelmäßige Fallbesprechungen begleitend zur systemischen Weiterbildung statt, um die praktische Arbeit der Teilnehmer*innen mit Klient*innen / Paaren / Familien systemisch zu reflektieren. Jeweils ein/e Supervisor*in führt die Supervision durch. Es gibt 8 Supervisionseinheiten zu je 8 UE.

Systemische Praxis unter Live-Supervision (40 UE)
Im Rahmen der Weiterbildungszeit hat jede/r Teilnehmer*in in einer Praxiseinheit mindestens eine Live-Sitzung vor der Gruppe und einem/r Trainer*in durchzuführen. Die Beratungssitzung wird mit der Gruppe vor- und nachbereitet. Diese steht während der Sitzung als Reflecting Team zur Verfügung. Dabei lernt jede/r Teilnehmer*in die Arbeit der Anderen in ihrem jeweiligen Arbeitskontext kennen und kann sich in der Arbeitsweise des Reflecting Team üben.

Systemische Praxis (70 UE)
Der/die Teilnehmer*in führt während der Weiterbildung und bis 2 Jahre nach Abschluss eigenverantwortlich 70 systemische Beratungen durch. Er/Sie ist verpflichtet, die Sitzungen in Protokollen zu dokumentieren. Die beraterischen Prozesse werden supervidiert.

Intervision/Kollegiale Supervision (80 UE)
Die Weiterbildungsgruppe organisiert sich in Kleingruppen und führt eigenständig kollegiale Supervisionen durch.

Einzel-Selbsterfahrung
Der/die Teilnehmer*in sucht sich eigenverantwortlich eine/n Therapeut*in und führt 8 Sitzungen systemische Einzelselbsterfahrung durch. Der/die Therapeut*in muss von FamThera autorisiert sein und ist nicht identisch mit Trainer*innen aus der Gruppe.

Abschlussarbeit
Jede/r Teilnehmer*in reicht eine Abschlussarbeit ein, in welcher er/sie 3 systemische Beratungsprozesse dokumentiert. Hierbei ist es wichtig, zu kennzeichnen, wie die Beratungsprozesse in das jeweilige Arbeitsumfeld eingebettet sind. Es muss ein Beratungsverlauf erkennbar sein, die systemische Haltung und Herangehensweise muss deutlich werden, die Anwendung von systemischer Methodik muss nachgewiesen werden und eine Reflexion der eigenen Position gegenüber dem System - einzelnen Systemmitgliedern und die veränderte Position über den Beratungsprozess hinweg ist wichtig.

Seminarleitung:
Annett Gehres, Annette Escher, Jule Thermann, Frank Germann, Karsten Vetterlein

Abschluss / Zertifizierung:
Durch die DGSF-Zertifizierung dieses Weiterbildungsganges können unsere Absolvent*innen den Titel "Systemische/r BeraterIn (DGSF)" erwerben. 
Als akkreditierter Fortbildungsveranstalter der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer bestätigen wir entsprechende Fortbildungspunkte (1 UE = 1 Fortbildungspunkt). Gemäß den Fortbildungsregularien übernimmt die Sächsische Landesärztekammer für ärztliche Teilnehmer*innen diese Bewertung.

Weitere Informationen

Veranstaltungsort:
Seminarhaus Bernbruch

Anzahl der Teilnehmer*innen:
16 Teilnehmer*innen

Zielgruppe:
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte mit Hochschulabschluss und psychosozialer Praxiserfahrung oder Fachkräfte mit qualifiziertem Berufsabschluss und 3-jähriger Praxiserfahrung. Teilnehmen können alle Berufsgruppen, die im psychosozialen Bereich beraterisch tätig sind.

Dauer & Umfang:
2 bis 2,5 Jahre

Einführunsseminar (28 UE) +
9 Lehrseminare im Seminarhaus
(284 UE)

8 Fallsupervisionen (64 UE)
2 Live-Supervisionen á 2 Tage
(40 UE)
Intervisionen in der Kleingruppe
(80 UE)
Beratungssitzungen unter Anwendung systemischer Methoden (mind. 70 UE)
Systemische Einzel-Selbsterfahrung
(8 UE)
Dokumentation und Abschlussarbeit
(3 Fallberichte)

(Die Zeiten werden in Unterrichtseinheiten UE á 45 min angegeben.)

Termine:
Der nächste Weiterbildungsgang startet vom 14. - 17.10.2020.
Bewerbungsschluss ist der 31.08.2020.
(Angaben zum Inhalt der Bewerbung)
Termine 2020

Kosten:
24 Raten zu je 202,- Euro inklusive Übernachtung im Seminarhaus (Kursgebühren 4.503,- Euro; Übernachtungskosten 345,- Euro). Einführungsseminar 238,- Euro. Geringe Verpflegungskosten bei Selbstversorgung der Gruppe
(ca. 6,- Euro / Tag).

Zusätzlich ist das Honorar für den/die Selbsterfahrungstherapeut*in einzuplanen (pro Sitzung
etwa 60,- Euro - bei 8 Sitzungen sind das bspw. 480,- Euro).


Anfrage

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