Weiterbildung in Systemischer Kinder- und Jugendlichentherapie (DGSF)

Diese Seminarreihe ist eine zertifizierte Weiterbildung der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF). Dabei steht die Arbeit mit Familien entsprechend des Entwicklungsalters ihrer Kinder im Mittelpunkt. Wie können Sie als Therapeut*in die Eltern bei der Nutzung ihres eigenen Potentials unterstützen, damit sie ihre Kinder beim nächsten Entwicklungsschritt gut begleiten und unterstützen können? Wer braucht dafür welche Therapie – Kinder und/oder Eltern?
An unserem Institut arbeiten Kolleg*innen, die seit vielen Jahren Erfahrungen in der Therapie mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien haben. Im Rahmen dieser curricular aufgebauten Weiterbildung werden Ihnen unsere Seminarleiter*innen die systemischen Grundhaltungen und Sichtweisen sowie spezielle systemische Methoden in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und deren Familien vermitteln - erlebnisorientiert und ganzheitlich.

Seminarinhalte (156 UE):

1. Einführung in die systemische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
(36 UE, 4 Tage, davon 22 UE Theorie und Methodik, 14 UE Selbsterfahrung)
Meine Rolle als systemische/r Kinder- und Jugendlichentherapeut*in. Gestalten von Erstkontakten. Beziehungsgestaltung zum Kind / Jugendlichen. Auftragsklärung, Umgang mit widersprüchlichen Aufträgen. Systemdiagnostik. Hypothesengeleitetes Arbeiten. Settingvarianten. Bedeutung der Helfersysteme. Ethische und rechtliche Fragen. Arbeit mit verschiedenen Familienformen (u.a. Patchwork-, multikulturelle-, gleichgeschlechtliche Familie).

2. Systemisches Arbeiten mit Familien mit Säuglingen und Kleinkindern
(26 UE, 3 Tage, davon 18 UE Theorie und Methodik, 8 UE Selbsterfahrung)
Einstieg in die Entwicklungsphase. Wahrnehmung der veränderten Familiendynamik nach Geburt eines Kindes. Spezifische Symptome und Krisen in dieser Entwicklungsphase. Bindungstheoretische Aspekte. Entwicklungsspezifische Interventionen: Bindungs- und Beziehungsfördernde Interventionen (Elternberatung, Eltern-Kind-Interaktion).
 Lebensflussarbeit. Skulpturarbeit. Elterndialoge. Kreative Methoden (Familienbild, Geschichten schreiben, Spielen).

3. Systemisches Arbeiten mit Familien mit Schulkindern im Alter von 6-12 Jahren
(26 UE, 3 Tage, davon 18 UE Theorie und Methodik, 8 UE Selbsterfahrung)
Einstieg in die Entwicklungsphase. Spezifische Symptome und Krisen sowie Umgang mit Diagnosen. Typische Herangehensweisen für die Arbeit mit den Eltern, mit dem Kind und mit der gesamten Familie. Orientierung im System Schule. Rollenspiel. Teile-Arbeit. Hypnotherapeutische Ansätze. Körperorientierte Ansätze. Symptom-Comic. Familienstärkentier. Familienwappen. Arbeit mit „Räumen“. Lebensflussarbeit.

4. Systemisches Arbeiten mit Jugendlichen und ihren Familien
(26 UE, 3 Tage, davon 18 UE Theorie und Methodik, 8 UE Selbsterfahrung)
Einstieg in die Entwicklungsphase. Spezifische Symptome und Krisen in dieser Entwicklungsphase. Identitätsfindung. Sexuelle Identität. Auseinandersetzung und Grenzerfahrung. Ablösung. Verantwortungsübernahme. „Verlassene Eltern“. Therapeutische Interventionen in der Arbeit mit Jugendlichen und ihren Familien.
 Skulpturarbeit. Lebensflussarbeit. Zukunftsprojektion. Problemdekonstruktion. Teile-Arbeit und Externalisierung. Scaling.

5. Systemisches Arbeiten mit Kindern in Fremdunterbringung und ihren Helfersystemen
(26 UE, 3 Tage, davon 18 UE Theorie und Methodik, 8 UE Selbsterfahrung)
Spezifik der Lebenswelten und der emotionalen Situation der Kinder in Pflege– und Adoptivfamilien und in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe. Situation abgebender und aufnehmender Eltern - Motive für Adoptionen und Pflegschaft. Familiengeschichtlicher Hintergrund. Spezifische Dynamik des einzeltherapeutischen Arbeitens mit Kindern in Jugendhilfeeinrichtungen. Zusammenarbeit mit dem Helfersystem. Resilienz- und autonomiefördernde Therapiemethoden mit Kindern. Ressourcenorientierte Genogramm- und Biographiearbeit. Skulpturarbeit. Lebensflusslandschaften.

6. Systemisches Arbeiten mit besonderen Krisen und im kinderpsychiatrischen Kontext
(16 UE, 2 Tage, davon 12 UE Theorie und Methodik, 4 UE Selbsterfahrung)
Erkennen akuter Krisen und Problemlagen intrapsychisch und im familiären Kontext. Umgang mit dem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung. Umgang mit suizidaler Zuspitzung und lebensbedrohlichen Zuständen. Systemischer Umgang mit Diagnosen und Medikation. Grenzen ambulanten Arbeitens und Übergang in stationäre Therapie.

Zusätzliche Weiterbildungsbestandteile:

Fallsupervision (50 UE)
Während der Weiterbildungszeit finden sechs Fallsupervisionen (5 x 8 UE sowie 1 x 10 UE) mit einem/r Supervisor*in zum systemischen Reflektieren der praktischen Arbeit der Teilnehmer*innen mit Klient*innen/Patient*innen/Familien/Systemen statt. In einer Supervision ist ein Video vorzustellen.

Systemische Praxis (130 UE)
Zwischen den Supervisionen führen die Teilnehmer*innen die systemischen Therapien (mind. 130 Sitzungen) eigenverantwortlich fort und dokumentieren die Verläufe.

Intervision/Kollegiale Supervision (50 UE)
Die Weiterbildungsgruppe organisiert sich in Kleingruppen und führt eigenständig kollegiale Supervisionen durch.

Abschlussarbeit
Die Abschlussarbeit besteht aus zwei dokumentierten, abgeschlossenen Therapieprozessen, von denen einer im Abschlusskolloquium vorgestellt wird.

Seminarleitung:
Angela Miethe, Annett Gehres, Ramona Voß, Kathrin Löschner, Karsten Vetterlein, Sebastian Funke

Abschluss / Zertifizierung:
Nach Abschluss der Weiterbildung und bei Erfüllung aller geforderten Kriterien erhalten Sie als Teilnehmer*in das Zertifikat des Instituts „Systemischer Kinder- und Jugendlichentherapeut“. Dieses Zertifikat kann bei der DGSF eingereicht werden, um den Titel „Systemischer Kinder- und Jugendlichentherapeut (DGSF)“ zu erhalten. Die DGSF-Zertifizierung setzt die Anerkennung als Systemischer Therapeut (DGSF) oder Systemischer Berater (DGSF) voraus.
Als akkreditierter Fortbildungsveranstalter der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer bestätigen wir entsprechende Fortbildungspunkte (1 UE = 1 Fortbildungspunkt). Gemäß den Fortbildungsregularien wird diese Bewertung von der Sächsischen Landesärztekammer für ärztliche Teilnehmer*innen übernommen.

Weitere Informationen

Veranstaltungsort:
Seminarhaus Bernbruch

Anzahl der Teilnehmer*innen:
16 - max. 18 Teilnehmer*innen

Zielgruppe:
Teilnehmen können Diplompsycholog*innen, Psycholog*innen (Bachelor /Master), Ärzt*innen, Diplomsozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen (FH) -  Heil- oder Sozialberufe mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, mit psychosozialer Praxiserfahrung und einem Abschluss in einer DGSF/SG anerkannten Weiterbildung in Systemischer Beratung oder Therapie.
Voraussetzung für eine Teilnahme ist weiterhin die Möglichkeit zur Umsetzung systemischer Vorgehensweisen mit Kindern und Jugendlichen.

Dauer & Umfang:

18 Monate

6 Lehrseminare im Seminarhaus
(156 UE)
5 Fallsupervisionen, davon eine Videosupervision (40 UE)
1 Abschlusskolloquium (10 UE)

Intervisionen in der Kleingruppe
(50 UE)
Beratungssitzungen unter Anwendung systemischer Methoden (mind. 130 Sitzungen)
Dokumentation und Abschlussarbeit (zwei Fallberichte)

(Die Zeiten werden in Unterrichtseinheiten UE á 45 min angegeben.)

Termine:
Start der Weiterbildung:
24. - 27.03.2021
Bewerbungsschluss: 24.02.2021
(Terminplan 2021)

Kosten:
15 Raten zu je 178,60 Euro inklusive Übernachtung im Seminarhaus (Kursgebühren 2.499,- Euro; Übernachtungskosten 180,- Euro). Geringe Verpflegungskosten bei Selbstversorgung der Gruppe
(ca. 6,- Euro / Tag).

Anfrage

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