Wenn die Wunde verheilt ist, schmerzt die Narbe

DGSF-Fachtag zur systemischen Trauma-Arbeit in Beratung und Therapie
 
Bei Kindern und Jugendlichen beeinflusst Stress in Form von Vernachlässigung, Misshandlung und anderen Formen von Gewalt die im Wachsen befindliche Struktur des Gehirns und führt zu einer häufigen Nutzung der so genannten Notfallschaltungen des Gehirns: Flucht, Kampf, Erstarrung, Tot-stell-Reflex. Sie fallen dann als Menschen auf, die später auch bei kleinsten Belastungen extreme Phänomene der Über- oder Untererregung zeigen, die in der Sprache der Psychotraumatologie als „Hyperarousal“ und „Dissoziation“ bekannt sind.
Nach einer grundsätzlichen Erörterung dieser Traumadynamik mit seinen neurobiologischen, bindungstheoretischen und psychologischen Aspekten wird vorgestellt, wie neben bereits erfolgter äußerer Sicherheit Interventionen dazu führen können, dass Jugendliche lernen, ihre Affektregulierungsstörungen in den Griff zu bekommen und selbst erwirken können, dass Gefühle aus der Vergangenheit ihnen nicht mehr das Leben in der Gegenwart verderben.
Hier ist auch die Frage zu erörtern, inwieweit nach innerfamiliärer Traumatisierung und erfolgter Trennung bei Kontakten zur Herkunftsfamilie heilende oder labilisierende Kontexte  entstehen. Insgesamt stehen traumatisierte Kinder im Mittelpunkt. Jüngere Kinder erhalten mit der Trauma-erzähl-Geschichte eine Hilfe dabei, unverständliche Erlebnisse und Gefühle einzuordnen.
Bei außerfamiliären Traumata kann in einer strukturierten Form und der BASK- Methode mit der gesamten Familie gearbeitet werden.
Zusätzlich kann in beiden Kontexten Trauma-sensible Pädagogik Anwendung finden. Interventionen werden demonstriert und in Kleingruppen erprobt. Es wird Gelegenheit geben, über eigene spezifische Klienten-Erfahrungen zu sprechen.
 
Seminarleitung: Alexander Korittko
Dipl. Sozialarbeiter und Paar-und Familientherapeut, Systemischer Lehrtherapeut und Lehrsupervisor (DGSF); bis 2013 in einer kommunalen Jugend- ,Familien- und Erziehungsberatungsstelle in Hannover tätig, Mitbegründer des Zentrums für Psychotraumatologie und traumazentrierte Psychotherapie Niedersachsen (zptn); Autor von „Traumatischer Stress in der Familie“, zusammen mit K.H. Pleyer, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen, 5. Auflage 2016 und „Posttraumatische Belastung bei Kindern und Jugendlichen“, Carl Auer, Heidelberg, März 2016; Vorstandsmitglied der DGSF.
 
Keine Übernachtung im Seminarhaus möglich, bitte Unterkunft in Dresden buchen.

Weitere Informationen

Veranstaltungsort:
Business Park GmbH
Bertolt-Brecht-Allee 24, Dresden

Anzahl der Teilnehmer*innen:
25 Teilnehmer*innen

Dauer & Umfang:
3 Tage, 24 UE

Kosten:
312,- €
(276,- € für DGSF- und FamThera-Mitglieder)

Anmeldung Seminar

"Wenn die Wunde verheilt ist, schmerzt die Narbe" - DGSF-Fachtag zur systemischen Trauma-Arbeit in Beratung und Therapie

Zeitraum:


Teilnehmer:
min./max.: 15/25
Übernachtung im Seminarhaus*

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